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Paul Lohberger |skug |6. Mar. 2006 Lokomotive »desesperance« rufzeichen ! records/Soul Seduction Die Homebase Wien gebiert mehr und
mehr spannende Acts, die mit Kombinationen aller Art auftrumpfen. Lokomotive sind ein Dreigestirn aus dem französischem Rapper Samuel Veyrat, DJ/Producer Helmut Kahlert und Schlagzeuger Michael
Sator. Zu dem immer sehr speziellen Flair, den Rap en français nun mal mit sich bringt, gesellen sich eine stark zurückgenommene Produktion, die ihre Grooves aus der Reduktion auf minimale Clicks und
Bleeps bezieht, und ein tolle Rhythmik. Ein sehr zeitgemäßer, eher elektronischer Zugang zum Thema HipHop – historische Referenzen nur im Detail. Lokomotive klingen schlank und kommen zugleich sehr
fett rüber, sie rechnen sich damit zur immer größer werdenden internationalen Gemeinschaft der nach dem Millenium entstehenden alternativen HipHop-Gemeinde, die auf Labels wie Big Dada zu Hause ist,
aber auch im Umfeld von Leuten wie Mike Ladd und Saul Williams. Interessante Soundansätze jenseits des Zitierens von schwarzem Kulturerbe verbinden sich mit einer Grundidee, die sich auf die simplen
Ursprünge der HipHop-Funkyness besinnt.
Flip (Texta / tontraeger)in ‚the message’ hiphop & rare groove magazine #24: ...Lokomotive sind ein Dreigespann
aus dem französisch rappenden MC From, Producer Sonicson und Drummer Michael Sator. Nachdem sich mein französisch seit dem Abgang aus dem Gym bedenklich in Richtung Null entwickelt hat, kann ich leider kaum Auskünfte Bezüglich Inhalt, Wortwahl oder ähnlichem geben, sondern muss mich auf die Oberfläche beschränken wie Stimme oder Flow, und da kann mich MC From durchaus Überzeugen. Sonicsons Beats gehen ganz gerne in die Richtung Broken HipHop Beats (so im Feld zwischen Def Jux, Ninja Tunes, und ähnlich gelagerten Labels), und sind von Ausgezeichnetem Level, mal uptempo, mal dubbig, was mein Producerherz besonders hoch schlagen lässt.
Stefan Häckel in the gap #63: ....was Samuel Veyrat hier an derben französischen Vocals durch den Äther jagt, ist zugleich schmutziger und fetter als Chiracs Pomade. Helmut
Kahlert schustert die Beats zusammen, die dank zurückgelehnter Dopeness gepaart mit abstrakt akzentuierter Instrumentierung die Lokomotive so richtig schön auf Überholspur stellen. Dort braust sie
mit Überschall-Schall durch die Untiefen von Ragga und Dub,blinzelt listig mit eigenartigen Snaresounds und weiß immer mit abwechslungsreichen Vocals zu überraschen. Das kann auch am Cheftoaster Ras
Kibz liegen, oder auch nicht. Egal. ‚desesperance’ ist das wichtigste Lebenszeichen aus Wien seit langem.
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